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VANT erstattet Anzeige gegen Vorstände der K+S

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Auch Umweltfrevel durch die Industrie ist strafbar, glauben Angler und der BUND Thüringen. Eine neue Studie belegt, dass die Salzkonzentration der Werra Gift ist für den Nachwuchs der Fische. Der Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT) hat gemeinsam mit dem Umweltverband BUND Thüringen Strafanzeige gegen den Vorstand des Kali- und Düngemittelkonzerns K+S gestellt. „Wir machen das, weil das Unternehmen mit seinen Salzabwässern Gewässer verunreinigt, obwohl es Alternativen gibt, sagte VANT-Präsident Reinhard Karol aus Rudolstadt gestern in Erfurt. Da das Regierungspräsidium Kassel die Erlaubnis zur unterirdischen Verpressung der Lauge Ende 2014 verlängert hat, richte sich die Anzeige auch gegen Bedienstete dieser Behörde, sagte Karol. Die Schreiben seien gleichlautend an die Staatsanwaltschaften in Kassel und in Meiningen gegangen. Ein Sprecher des hessischen Dünge­mittelherstellers wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht zu dem Vorgang äußern. Die anerkannten Naturschutzverbände befürchten, dass die fortgesetzte Einleitung und Verpressung von Kali-Abwässern durch K+S in der Werra-Region das Grundwasser gefährde. Und damit das gesamte Werratal. Eine wissenschaftliche Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin hat jetzt nachgewiesen, dass ein erhöhter Salzgehalt zu schweren Schäden an der Fischbrut führt. Die Doktorandin Marit Wagler testete Zebrabärblinge in einer Salzkonzentration, wie sie für den hessisch-thüringischen Grenzfluss Werra erlaubt ist. Bis zu 60 Prozent der geschlüpften Jungtiere hätten zum Beispiel deformierte Wirbelsäulen, Ödeme oder keine ausgebildeten Augen gehabt. „In freier Natur hätten solche Fische keine Überlebenschance“, sagte Wagler. Der Linke-Umweltpolitiker Tilo Kummer nannte die Testergebnisse „spektakulär“. Die toxische Wirkung der Abwässer von K+S auf die Fischpopulation sei in bisherigen Gutachten stets zu kurz gekommen oder ganz unter den Tisch gefallen, kritisierte der Abgeordnete. Grenzwerte hätten sich bisher stets aus dem Bedarf der Kaliindustrie ergeben und nicht aus den Bedürfnissen der Umwelt. Kummer forderte, der Konzern müsse endlich eine Verdampfungstechnik für seine Abwässer nutzen.

Quelle: / Autor: Volkhard Paczulla / 12.05.15 / OTZ
Bild: dpa / SPIEGEL